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Sie ereignen sich relativ selten. Doch die Folgen sind umso gravierender: Rund neun Prozent aller Getöteten auf Landstraßen kommen bei Überholunfällen ums Leben. Warum ist das so und welche Maßnahmen können helfen?

Bei 72.538 Unfällen auf Landstraßen im Jahr 2019 kamen Menschen zu Schaden, wurden getötet, schwer oder leicht verletzt. 5.172 Mal aufgrund von Überholunfällen, sagt die Unfallstatistik des Statistischen Bundesamts (Destatis). Das sind gerade mal rund sieben Prozent aller Unfälle auf Landstraßen. Allerdings sind die Folgen häufig besonders dramatisch. Neun Prozent der Getöteten auf Landstraßen sind nach Angaben von Destatis Opfer von Überholunfällen. Damit sind Überholunfälle mit die folgenschwersten Unfälle auf Landstraßen.

Im Rahmen einer Untersuchung fanden die Fachleute der Unfallforschung der Versicherer (UDV) heraus, dass rund 70 Prozent der Überholunfälle in Kurven passierten. Auch die Sichtweite spielte eine wesentliche Rolle. Ebenfalls 70 Prozent der untersuchten Überholunfälle ereigneten sich auf Strecken mit einer Sichtweite von 600 Metern oder weniger.

Präventive Maßnahmen

Was ist zu tun, um das Risiko von Überholunfällen zu reduzieren? Das Forschungsprojekt AOSI – Außerortsstraßensicherheit der TU Dresden untersuchte 2013 im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und des Bundesverkehrsministeriums die Wirkung von ortsfesten Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen („Blitzern“) und abschnittsweise angelegten Überholfahrstreifen in Kombination mit Überholverboten in den verbleibenden zweistreifigen Zwischenabschnitten. Dadurch wurde auf den Untersuchungsstrecken entweder die zulässige Höchstgeschwindigkeit durchgesetzt oder das Überholen gesichert. Der Vorher-Nachher-Vergleich bestätigte die Wirksamkeit der Maßnahmen. Überholverbote empfehlen auch die Unfallforscher der UDV. In Bereichen mit geringen oder unzureichenden Sichtweiten sollten Überholverbote angeordnet werden. Dadurch könnten Verhaltensfehler unterbunden werden. Wichtig seien dabei auch Geschwindigkeitsbeschränkungen. So könnte das Unfallrisiko stärker reduziert werden.

Sicher Überholen – darauf kommt es an!

Sofern keine Überholverbote bestehen, die Verkehrslage übersichtlich ist und man prinzipiell überholen darf, spielen Abstände und die Sichtweite eine entscheidende Rolle. Wer mit einem Pkw mit Tempo 100 km/h einen Lkw mit 60 km/h sicher überholen möchte, benötigt dafür eine Strecke von 350 Metern. Um nicht mit dem Gegenverkehr zu kollidieren, ist jedoch eine Sichtweite von 600 Metern notwendig.

 

„Das passt noch. Dachtest du.“ ist eine Kampagne der Landesverkehrswacht Bayern und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V.

   
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