Üben, bis die Reifen quietschen

Die Seniorenfahrtrainings der Verkehrswacht sind gut gebucht.

Möglichst lange und sicher am Straßenverkehr teilnehmen - das ist der Wunsch vieler älterer Verkehrsteilnehmer. Und weil Übung der Schlüssel dazu ist, bot die Kreisverkehrswacht Kelheim am vergangenen Samstag bereits zum zweiten Mal das Seniorenfahrtraining “Fit im Auto” für Senioren ab 65 Jahren an.

Auf dem Programm bei den Fahrtrainings stehen auch das Kontrollieren des Ölstands und des Scheibenwassers

Das Trainingsprogramm, das mit zwölf Teilnehmern wieder ausgebucht war, begann mit einem kurzweiligen, sehr informativen Theorieteil im Rettungsdienstzentrum des BRK in Kelheim. Übungsleiter Klaus-Dieter Zerwes von der Kreisverkehrswacht Kelheim und sein Kollege Dieter Studenik informierten über technische Neuerungen im Auto sowie über Änderungen in der Straßenverkehrsordnung und gaben wertvolle Tipps über schwierige Verkehrssituationen wie beispielsweise das richtige Verhalten an Bushaltestellen. Auch wurden gemeinsam die Kenntnisse rund um das Auto aufgefrischt. Die Teilnehmer mussten die Motorhaube öffnen, Ölstand sowie Scheibenwasser kontrollieren und erfuhren von den Experten, dass es am besten ist, immer mit dem optimalen Reifendruck zu fahren. Das spart nicht nur Benzin, sondern garantiert auch ein besseres Abrollverhalten.

Aufgeteilt in zwei Gruppen folgte dann der praktische Teil. Während die sechs Damen in zwei Fahrschulautos der Fahrschulen Wöhrmann und Holz Platz nahmen, um abwechselnd eine Fahrstunde zu erleben, blieben die Männer auf dem Übungsplatz des Kreisbauhofes zurück, um dort mit dem eigenen Auto zu trainieren. “Ich bin schon gespannt, wie fit ich noch im Slalomfahren und beim Rangieren bin”, überlegte Erwin Ranftl (77) aus Hausen. Von Experten zu erfahren, worin man sicher ist und worauf man beim Fahren noch besser achten sollte, das war im Übrigen die Antwort aller Senioren auf die Frage, warum sie an diesem Fahrtraining teilnehmen. Und schon schickte Klaus-Dieter Zerwes die Herren in den Slalomparcours - erst ganz langsam, dann mit immer höherer Geschwindigkeit steuerten die Rentner hochkonzentriert und mit Feuereifer ihre Autos durch die Pylonen. Nach ein paar Durchläufen gab es Tipps vom Expertenduo zur Lenkradhaltung und zur optimalen Blickrichtung. “Nie in den Kurven die Hände am Lenkrad überkreuzen, immer nachgreifen”, war die Ansage von Zerwes. Als zweite Übung sollte jeder Teilnehmer eine Notbremsung meistern, um den optimal kürzesten Bremsweg zu erreichen. Dazu beschleunigten die Rentner ihr Auto auf 40 bis 50 Kilometer pro Stunde, um dann mit voller Wucht auf die Bremse zu steigen. Bei den meisten klappte das freilich nicht auf Anhieb, aber Übungsleiter Klaus-Dieter Zerwes ließ die Senioren so lange üben, bis die Reifen quietschten und das Bremspedal stotterte. Und weil man im realen Straßenverkehr nicht nur notbremsen, sondern meist auch ausweichen muss, war dies gleich die nächste Aufgabe. Die Kursteilnehmer sollten mit 50 Kilometer pro Stunde auf ein Hindernis zufahren, notbremsen und gleichzeitig nach links ausweichen. Eine wahre Herausforderung!

Mittlerweile sind auch die Damen von ihrer Fahrschulfahrt zurück - mit viel Lob, aber auch mit Manöverkritik des Fahrlehrers im Gepäck. “Autofahren ist Übung, viel Übung”, sagte Fahrlehrer Manfred Wöhrmann. Er rät den Senioren dazu, “die ein oder andere Fahrstunde zu nehmen, um Gefahrensituationen besser einschätzen und bei Notmanövern richtig reagieren zu können.” Den Abschluss des Fahrtrainings bildete eine gemeinsame Diskussionsrunde.

Das nächste Seniorenfahrtraining findet am kommenden Samstag, 28. Oktober statt. Anmelden können sich alle Landkreissenioren ab 60 Jahren bei der Kreisverkehrswacht Kelheim unter Telefon (01 51) 61 65 88 73 oder den Fahrschulen Holz unter Telefon (01 71) 7 77 99 70 und Wöhrmann unter Telefon (0 94 43) 61 60. Das letzte Training für 2017 ist, je nach Nachfrage, für den 11. November vorgesehen, dann wieder 2018 ab März oder April.

Quelle: Rundschau von Petra Croitoru

   
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