„Raketenantrieb“ dank Akku

E-Bikes werden immer beliebter. Für ein sichereres Fahren, holte die Seniorenbeauftragte Gabi Schmid Fachleute auf die Brand.

Nehme ich das blaue, das weiße oder lieber da hinten das kleine E-Bike zum Ausprobieren? Eine Frage, die sich jüngst Radfahrer am Brandler Schulhof stellten. Unter dem Motto „Mit dem E-Bike sicher unterwegs!“ folgten sie der Einladung zum Verkehrssicherheitstag, den die Gemeinde Ihrlerstein gemeinsam mit der Kreisverkehrswacht im Landkreis Kelheim veranstaltete. Zweiradhändler Björn Jessen stellte begleitend dazu eine gut sortierte Auswahl an E-Bikes und sein breites Fachwissen zur Verfügung.

Bild1: Bei einem kleinen Geschicklichkeitsparcours am Schulhof konnte jeder das Fahrgefühl mit einem E-Bike testen

Hauptargument der Teilnehmer: „Mit einem E-Bike kann ich bequem den Brandler Berg hinauffahren“. Manche unter ihnen sind bereits stolze Besitzer und wollten sich Ratschläge holen; Andere nutzen die Gelegenheit einer unverbindlichen Probefahrt.

Klaus-Dieter Zerwes, Seniorenbeauftragter und Trainer der Verkehrswacht, gab unter anderem Informationen zu Verkehrsrecht, Sicherheit und Praxistipps. Er kennt viele Gründe, warum sich nicht nur Senioren ein E-Bike anschaffen: „Lieblings-Strecken werden zu anstrengend; die Kraft reicht nicht mehr aus; die Anderen müssen dann auf mich warten“.

Fettpölsterchen abbauen

Zerwes sieht die Fahrten mit Akku-Unterstützung als gesundes Hobby, das die Umwelt schont. „Man baut Fettpölsterchen ab, steigert die Leistungsfähigkeit, bleibt jung und gelenkig.“ Der E-Bike Boom ist ungebrochen. „Wurden 2009 noch 150.000 Stück verkauft, waren es 2018 bereits 980.000 Stück“ berichtete Zerwes. War die Zielgruppe einst die Generation 60 Plus, unsportliche und körperlich eingeschränkte Menschen, finden sich heute die Besitzer in allen Altersgruppen. Sogar Kinder nutzen das E-Bike. Klaus-Dieter Zerwes empfiehlt, vor einem Kauf die verschiedenen Modelle und Motoren zu testen und Brems- und Ausweichvorgänge zu üben.

Unterschiedliche Stromtreter

Bild2: Die unterschiedlichen E-Bikes wurden durch Björn Jessen erklärt

Genau dazu sind die interessierten Damen und Herren auf den großflächigen Schulhof gekommen. Also: Helm auf den Kopf, Hände an den Lenker und mit Schwung aufs E-Bike. Na ja. Leichtgewichte sind die Räder ja nicht.

Lucia Minarik hat schon eins, übte am geräumigen Schulhof das Abbremsen vor einem Hindernis. Erhard Michl dagegen saß das erste Mal auf so einem Gefährt. „Es ist ein anderes, aber sehr angenehmes Fahrgefühl.“ Konzentriert drehte er Runde um Runde auf dem sicheren Gelände. „Und beherrschbar ist es auf jeden Fall“, stellte er zum Abschluss fest. Am liebsten würde er gleich damit heimfahren.

Adolf Rösch äußerte leichte Tret-Probleme wegen seines neuen Knies. Verkehrswacht-Helfer Franz Pindl stellte ihm den Sattel etwas tiefer. Siehe da – mit eleganten Schwüngen fuhr der Brandler durch den Parcours. „Auch als älterer Mensch kann ich so locker 70 Kilometer zurücklegen“, versicherte Pindl. Nebenan bremste eine Radlerin etwas heftig vor dem Hindernis – „Upps… das muss ich noch üben“ lächelte sie und stieg erneut aufs Rad.

Neues Dienstfahrzeug?

Auch Bürgermeister Josef Häckl schwang sich auf eines der Räder und zeigte sich überrascht: „Du – das geht ab wie eine Rakete.“ Weniger die Beine, mehr der Akku liefert die Energie. Ob das von ihm favorisierte E-Bike das neue Dienstfahrzeug wird? „Kelheim hat schon eins“, war die Antwort von Bürgermeister Josef Häckl. Vielleicht sieht man ja ab sofort auch Ihrlersteins Bürgermeister mit einem E-Bike ganz entspannt von Termin zu Termin radeln.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung

   
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